Erst SEO. Jetzt GEO. Während wir noch versuchen, die letzte Optimierungswelle zu verstehen, rollt bald schon die nächste an. Texte werden kürzer, Strukturen straffer. Webseiten werden umgebaut, Inhalte umstrukturiert, alles soll KI-lesbar, snippetfähig und maximal „optimiert“ sein. Denn wir wollen sichtbarer werden, für KI. Aber welche Rolle spielen in diesem Spiel eigentlich Public Relations?
Unternehmen wollen am Markt, im Netz und auf Social Media gut sichtbar sein. Für Menschen sowieso, aber inzwischen auch für KI-Systeme. Also optimieren wir.
Und optimieren.
Und optimieren.
Die naheliegende Frage dabei: Ist das wirklich der richtige Weg? Oder investieren wir gerade enorme Energie in die falsche Baustelle?
Optimierung ist wichtig, aber sie ist nicht alles
Optimierung an sich ist erstmal natürlich nichts Schlechtes. Klar sollte jede Website regelmäßig überprüft werden. Sind Inhalte verständlich? Aktuell? Relevant für die Zielgruppe? Technisch sauber aufgebaut? All das ist solides Handwerk. Das Problem beginnt dort, wo Optimierung mit Relevanz verwechselt wird.
Wer GEO bis ins Extrem treibt, landet schnell bei Texten, die nur für Algorithmen geschrieben sind und sich lesen wie Bedienungsanleitungen für Toaster: perfekt strukturiert, listenreich, formal korrekt – und inhaltlich ungefähr so aufregend wie ein Garantieheft. Solche Texte liest kein Mensch freiwillig. Und Inhalte, die für Menschen bedeutungslos sind, haben auch für KI keinen Wert. Schließlich sind wir es ja, die der KI ihre Aufgaben geben.
Sichtbarkeit entsteht nicht nur durch Lesbarkeit für Maschinen, sondern vor allem durch Relevanz für Menschen. KI-Systeme erkennen Qualität, Kontext und Autorität. Sie bewerten nicht nur Struktur, sondern auch:
- Tiefe der Inhalte
- Fachliche Perspektive
- Originalität
- Wiedererkennbare Expertise
- Zugriffe, Verweildauern, Backlinks etc.
Wer nur optimiert, ohne etwas zu sagen zu haben, ohne Impact bei einer Zielgruppe zu hinterlassen, wird austauschbar.
Und Austauschbarkeit ist das Gegenteil von Relevanz.
Die wahre Währung: fachliche Präsenz
Wer sichtbarer werden will, darf sich nicht in der Optimierungsschleife verlieren. Der entscheidende Hebel liegt woanders: in der Präsentation der eigenen Expertise. Und zwar nicht nur innerhalb der eigenen Website-Bubble. Denn große KI-Sprachmodelle greifen auf das zurück, was öffentlich als relevant gilt:
- Studien
- Fachartikel
- Podcasts
- Expertenmeinungen
- Wikipedia
- Branchenportale
- …
Kurz gesagt: auf Inhalte mit Substanz und auf Quellen, die glaubwürdig und etabliert sind. Wenn ein Unternehmen dort nicht vorkommt, existiert es für KI-Systeme faktisch nicht.
Heißt also: Unternehmen müssen ihre Expertise in Fachtexte, Einordnungen, Erfahrungsberichte und Analysen übersetzen und diese auf relevanten Plattformen und Kanälen veröffentlichen.
Wichtig dabei:
- Inhalte aus der eigenen Perspektive formulieren. Keine neutralen Lexikontexte. Erfahrung ist wertvoller als Perfektion.
- Fachfragen beantworten. Alles, was Kunden regelmäßig fragen, ist potenzieller Content. Inhalte, die zeigen, dass hier jemand spricht, der weiß, wovon er redet.
- Auf Tiefe statt Masse setzen. Ein fundierter Beitrag wirkt stärker als fünf schnell formulierte Texte ohne Mehrwert.
Das klingt doch nach stinknormaler PR?
Ist es auch.
PR ist für die meisten Unternehmen nichts anderes als systematisch sichtbar gemachte Expertise. Langfristiges Renommee entsteht nicht durch unendliches Feintuning der eigenen Website. Sie entsteht durch Substanz, Wiedererkennbarkeit und fachliche Präsenz. Sie entsteht, wenn Inhalte zitiert und weitergetragen werden.
Wer nur versucht, jede technische Welle mitzunehmen, schwimmt permanent hinterher. Wer dagegen konsequent Wissen veröffentlicht, baut etwas Zeitloses auf: Autorität.
Statt Energie in die nächste Optimierungsrunde zu stecken, ist es also sinnvoller zu fragen:
- Wo können wir unser Know-how sichtbar machen?
- Wo können wir typische und spezifische Fragen unserer Kunden, Partner oder Mandanten beantworten?
- Wo können wir unsere Perspektive einbringen?
Das zieht Menschen an. Und KI folgt ihren Spuren.
Dein Wissen ist wertvoller als du denkst. Präsentiere es!
Wir helfen dir dabei. Frage: Ilka Stiegler, +49 351 43755 11, stiegler@abg-partner.de
