Viele Unternehmen suchen Führungskräfte, die nach vorne gehen: Menschen, die Initiative zeigen, überzeugend auftreten und Durchsetzungsvermögen versprechen. Klingt erstmal gut. Nur sagt ein starker persönlicher Auftritt wenig darüber aus, ob jemand auch ein Team führen kann.
Sichtbar wird auf dem Führungskräftemarkt meist, wer sich gut präsentiert, durchsetzt, aktiv netzwerkt oder andere schnell mit Tatendrang begeistert. Das alles kann wichtig sein. Aber es ist nicht automatisch das, was Teams im Alltag brauchen, um effektiv zu arbeiten.
Ein hohes Potenzial auf dem Papier reicht nicht aus, wenn sich Mitarbeitende nicht abgeholt fühlen. Eine starke Wirkung gegenüber der Geschäftsleitung hilft wenig, wenn Entscheidungen im Team nicht verstanden oder mitgetragen werden.
Mitarbeitende brauchen keine perfekten SelbstdarstellerInnen
Die Hogan-Studie „The Leadership Divide“* zeigt genau diese Lücke: zwischen den Führungskräften, die in Organisationen häufig nach oben kommen, und denen, die Mitarbeitende sich wünschen.
Denn Beschäftigte erwarten vor allem diese Qualitäten:
- Klare Kommunikation
- Gute und nachvollziehbare Entscheidungen
- Verantwortungsbewusstsein
- Diplomatisches, taktvolles und empathisches Verhalten
Besonders die Kommunikation steht im Vordergrund. Denn sie schafft Orientierung und entscheidet, ob sich Mitarbeitende wertgeschätzt fühlen. Wird nicht klar kommuniziert, leidet schnell das Vertrauen. Und wenn Vertrauen fehlt, wird Zusammenarbeit … anstrengend, unproduktiv.
Wo Führung häufig ins Stolpern gerät
Die Hogan-Studie zeigt auch: Viele Eigenschaften, die Menschen erfolgreich machen, können unter Stress kippen.
- Selbstbewusstsein kann schnell arrogant wirken.
- Risikoaffinität kann Grenzen überschreiten.
- Kontaktfreude kann als übertrieben wahrgenommen werden.
Das heißt nicht, dass diese Eigenschaften schlecht sind. Sie sind aber schwierig, wenn sie nicht durch Selbstreflexion und klare Kommunikation in die richten Bahnen gelenkt werden.
Vertrauensdefizit durch unklare interne Kommunikation
Hinzu kommt: In vielen Unternehmen hakt es nicht an einzelnen Führungskräften, sondern an der internen Kommunikationskultur insgesamt.
Typische Schwachstellen sind:
- Entscheidungen werden nicht erklärt.
- Veränderungen werden nicht eingeordnet.
- Mitarbeitende erfahren wichtige Dinge zu spät.
- Fragen und Sorgen bleiben unbeantwortet.
- Informationen werden von Bereich zu Bereich unterschiedlich weitergegeben.
All das kann das Engagement, die Zusammenarbeit und die Loyalität zum Betrieb schwächen.
Wie gute interne Kommunikation Führung unterstützt
Damit Führung im Alltag funktioniert, braucht es also klare Kommunikation. Aber nicht nur von den Führungskräften, sondern auch vom Unternehmen an sich.
Klare Strukturen können hier helfen:
- Führungskräfte früh ins Bild setzen: Wer eine Entscheidung im Team vertreten soll, muss sie vorher verstehen. Führungskräfte brauchen Hintergründe, Einordnung und Antworten auf naheliegende Fragen.
- Komplexes verständlich machen: Gute interne Kommunikation übersetzt abstrakte strategische Ziele oder Veränderungen in einfache Fragen und die Antworten darauf: Was ändert sich? Warum ist das wichtig? Was bedeutet das für unser Team?
- Eine gemeinsame Linie finden: Einheitliche Kernbotschaften und bei Bedarf klare Sprachregelungen helfen Führungskräften, Orientierung zu geben.
- Fragen zulassen: Mitarbeitende brauchen Möglichkeiten, um nachzufragen, Sorgen zu äußern und Rückmeldung zu geben.
Du willst eure interne Kommunikation verbessern und Führung effizienter gestalten? Wir unterstützen euch dabei, klare Botschaften, passende Formate und verlässliche Kommunikationsstrukturen zu entwickeln. Sprich gern mit Tony Wachtel: +49 351 43755 813 oder wachtel@abg-partner.de
FAQ: Interne Kommunikation und Führung
Was erwarten Mitarbeitende von Führungskräften?
Mitarbeitende wünschen sich vor allem Führungskräfte, die klar kommunizieren, gute Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und vertrauenswürdig handeln. Die Hogan-Studie „The Leadership Divide“ zeigt jedoch eine Diskrepanz. Denn in Organisationen werden häufig Menschen befördert, die überzeugend auftreten, Initiative zeigen und das obere Management inspirieren können.
Warum ist Kommunikation für Führung so wichtig?
Gute Kommunikation sorgt dafür, dass Mitarbeitende Entscheidungen verstehen, Orientierung bekommen und wissen, was von ihnen erwartet wird. Dadurch wird Führung im Alltag greifbar und es entstehen Vertrauen und Leistungsbereitschaft.
Was macht gute Kommunikation von Führungskräften aus?
Sie ist klar, nachvollziehbar und verlässlich. Sie erklärt Entscheidungen, ordnet Veränderungen ein, lässt Rückfragen zu und schafft eine gemeinsame Linie im Unternehmen.
Was passiert, wenn interne Kommunikation nicht funktioniert?
Wenn Informationen zu spät kommen, Entscheidungen nicht erklärt werden oder unterschiedliche Botschaften kursieren, entstehen ein Informationsvakuum und Unsicherheit. Daraus kann schnell ein Vertrauens- und Leistungsproblem werden.
Wie können Unternehmen ihre Führungskräfte unterstützen?
Unternehmen sollten Kommunikationswege klar definieren, Führungskräfte frühzeitig in Veränderungen einbinden, komplexe Themen verständlich übersetzen und Kanäle für Fragen und Feedback schaffen.


