Interview in sieben Fragen

Wir sprachen mit Christian Glatz von PIGMENTPOL

Jede Branche bringt ganz eigene Herausforderungen für das Marketing mit sich. Hinzu kommt das Individuelle eines jeden Unternehmens. So entstehen die unterschiedlichsten Ansätze und Lösungswege. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeit von Christian Glatz. Er leitet die Bereiche Vertrieb und Marketing bei PIGMENTPOL. Und ein „alter Hase“ ist er obendrein – seit nunmehr 15 Jahren begleitet er die Geschicke der Digitaldruckerei mit Standorten in Sachsen und Thüringen. Im Interview erfahren Sie mehr über symbiotische Kundenbeziehungen, den strategischen Nutzen von Wissen und wieso Kaffee noch vor der Motivation kommt. Viel Spaß!

1. Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit bitte in drei Sätzen.

Ich bin hauptsächlich für die Betreuung unserer Kunden in Form von Beratung, Angebotswesen und Projektsteuerung verantwortlich. Darüber hinaus kümmere ich mich um die kommunikative Außendarstellung des Unternehmens mit den dazugehörigen Bausteinen. Neben den klassischen Werbeformen ist dabei vor allem die Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen im Bereich des Sport- und Veranstaltungssponsorings ein wichtiges Element.

2. Wann macht Ihnen die Arbeit den meisten Spaß?

Zum einen, wenn es strategisch wird: Das Erarbeiten von Konzepten und das Arbeiten an Visionen macht mir viel Spaß. Zum anderen ist die Umsetzung kreativer Ideen immer eine positive Challenge. In meiner geteilten Funktion kann ich das als Vertriebsverantwortlicher für Kunden tun und als Marketingverantwortlicher für das Unternehmen, für das ich arbeite. Durch die Arbeit in einer Druckerei habe ich einen guten Zugang zur Kreativszene, da hier ein Großteil unserer Zielgruppe abgebildet ist. Das Unterstützen von Kundenprojekten mit drucktechnischer Expertise und Umsetzungsideen ist oft ein durchaus symbiotischer Prozess, welcher auch dem eigenen Ideenwerk zugute kommt.

3. Kaffee oder Kicker: Was sorgt für den täglichen Motivations-Schub?

Kaffee steht noch ein paar Stufen unterhalb der Motivation und bildet die Grundlage dafür, damit überhaupt irgendetwas passiert 🙂

Motivation beziehe ich am ehesten aus den Worten und Taten anderer Menschen, beispielsweise von Mitstreitern, Diskussionspartnern oder Wettbewerbern. Mit denen ist man im Geiste darin vereint, eine Sache voranbringen zu wollen und diese Gemeinsamkeit ist sehr motivierend. Natürlich muss man sich dabei von dem Gedanken lösen, dass man immer zwingend am selben Ziel arbeitet. In jedem Fall kann man darin aber viel Motivation und auch Inspiration finden.

4. Mit welcher Strategie gehen Sie an neue Herausforderungen?

Wissen, Wissen, Wissen. Je mehr ich weiß und Hintergründe kenne, umso leichter fallen Entscheidungen, die notwendig sind, um Herausforderungen zu meistern. Und man darf (auch bei Gegenwind) den Spaß nicht verlieren. Dafür kann man im Übrigen mehr bewusst tun, als man zunächst glauben mag. Ein gutes Team um sich herum zu wissen, ist dabei unabdingbar. Das macht beispielsweise genau dann den Unterschied, wenn noch die eine oder andere Überstunde fällig wird. Das kann manchmal viel Spaß machen und gelegentlich eben auch sehr nerven. Die Umgebungsfaktoren machen immer den größeren Unterschied aus, als die Arbeit selbst. Deshalb kommen die wirklich guten Ideen auch seltener am Schreibtisch als eher beim Spaziergang oder an der Tischtennisplatte.

5. Wofür holen Sie externe Partner an Bord?

Für alles, was man selber nicht professionell abdecken kann. Mit dem Anspruch, einwandfreie Arbeit zu leisten, muss man zwingend auf fremde Hilfe zurückgreifen. Auch hier gilt das sowohl für die Produkte und Leistungen, die PIGMENTPOL im Full-Service-Bereich veräußert, als auch für unser eigenes Handeln im Marketing. Im sich schnell entwickelnden und immer größer werdenden Bereich von Marketing und Kommunikation müssen viele Dinge, wenn diese qualitativ überzeugen sollen, von Professionals zugekauft werden. Für Unternehmen (wie uns) mit nur sehr geringen Ressourcen für diesen Bereich, besteht der Zukauf an Leistungen sogar zu einem immensen Teil. Sicherlich gibt es Kompetenzbereiche, die man selber abdecken kann. Wer aber meint, er könne Idee + Text + Grafik + Layout + Programmierung + Social Media + Event selber erledigen, weil auf der Visitenkarte irgendwas mit Marketing steht, irrt gewaltig. Sich natürlich mit all diesen Themen auszukennen, ist unabdingbar.
Ziele zu formulieren, passende Dienstleister zu finden, auszuwählen und deren Leistungen einschätzen zu können, sowie eine reibungslose Zusammenarbeit mit externen Professionals sicherzustellen scheinen mir die eigentlichen Aufgaben von heutigen Marketern auf Unternehmensseite zu sein, wenn die Teamgröße keine außergewöhnlichen Inhouse-Expertisen zulässt.

6. Auf welches Projekt sind Sie heute besonders stolz?

Wir haben als Druckdienstleister viele tolle und hochrangige Projekte für kleine und große Brands begleiten dürfen, auf die wir sehr stolz sind. Für das Unternehmen selber ist unsere Umbenennung von reproplan zu PIGMENTPOL im Jahre 2012 ein Meilenstein gewesen. Dafür wurde eine komplett neue Marke sowie ein sehr besonderes, generatives Design kreiert und an drei Standorten in den Markt eingeführt, wofür wir in Dresden auch den Marketing-Preis erhalten haben. Natürlich steht einer solchen Entscheidung ein gewisses Risiko durch hohe finanzielle Aufwendungen gegenüber. Doch der Invest hat sich gelohnt und an diesem Projekt führend beteiligt gewesen zu sein, ist schon eine schöne Sache, auf die man gern zurückschaut.

7. Aus welchem Fehler haben Sie besonders viel gelernt?

Glücklicherweise lässt sich von keinem massiven Fehler in einer speziellen Situation berichten. Aber Fehler passieren nun mal und das ist menschlich und oftmals auch gar nicht so schlimm, wenn man es schafft, aus ihnen zu lernen. Meistens sind die Ursachen von Fehlern ja auf Verhaltensweisen zurückzuführen. Die kann man mit etwas Achtsamkeit und Selbstreflexion an sich selber, aber natürlich auch an anderen Personen finden und in beiden Fällen effizient daraus lernen.
Ich glaube, dass es in Positionen mit hohem Verantwortungsgrad sehr wichtig ist, entscheidungsfreudig zu sein. Sicherlich muss jede Handlung je nach Tragweite auch wohl überlegt sein. Das steht aber nicht zwingend konträr zum Faktor Zeit. (Heraus-)Zögern halte ich demnach für ein nachteiliges Verhalten und sehe es als Ursache häufiger Fehler im geschäftlichen Alltag.

Vielen Dank für das Interview!

Zögern auch Sie nicht lang

… sondern werden Sie unser nächster Gesprächspartner. Denn wir sind ständig auf der Suche nach Kommunikationsprofis, die etwas zu sagen haben. Möchten Sie Ihre Geschichte und Einsichten über die Branche mit unseren Lesern teilen? Dann melden Sie sich einfach bei Ilka Stiegler: 0351 437 55 11 oder stiegler@abg-partner.de

PS: Mehr über uns erfahren Sie, wenn Sie mögen, von ihr natürlich auch. 

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