Kommunikationsprofis im Interview

Diesmal mit Jan Claus von GICON®

Wie gewohnt, blicken wir an dieser Stelle über unseren eigenen Marketing-Tellerrand hinaus und lassen einen mittelständischen Kommunikationsprofi zu Wort kommen. Konkret befragten wir Jan Claus, den Leiter für Öffentlichkeitsarbeit in der GICON®-Gruppe. Der Unternehmensverbund für Ingenieursdienstleistungen ist an 16 Standorten in ganz Deutschland vertreten und beschäftigt circa 500 Mitarbeiter – eine Menge Arbeit für den Marketingexperten und sein Team. Weshalb „Medien-Heinis“ nicht nur hippe Ideen umsetzen, wieso die beste Strategie oft aus dem Bauch kommt und was Marketing mit Rosenzucht zu tun hat, erfahren Sie hier.

1. Beschreibe deine Tätigkeit bitte in drei Sätzen.

Ich erledige die klassische Palette der internen und externen Kommunikation für die Unternehmen der Gruppe. Das bedeutet für die interne Arbeit, dass zum Beispiel Texte für das Intranet entworfen, Video-Tutorials entwickelt oder die Fußzeile einer Wordvorlage angepasst werden. Extern heißt es, die Webseiten zu bearbeiten, Presseanfragen nachzugehen und unsere Themen in sozialen Netzwerken zu platzieren.

2. Wann macht dir die Arbeit den meisten Spaß?

Immer dann, wenn ich spüre, dass unser Einsatz einen Wert für die Gruppe hat. Dazu gehört die tägliche Abwechslung bei unseren Themen und die Umsetzung dieser. Ich komme ursprünglich vom Hörfunk, wo ich ebenfalls ein sehr spannendes Umfeld vorgefunden habe. Im Bereich der Unternehmenskommunikation entdecke ich noch mehr Facetten, die spannend sind. Aktuell sind für uns zum Beispiel die Themen Virtual Reality und Augmented Reality sehr interessant geworden. Felder, die mich privat schon einige Zeit interessieren, welche aber im beruflichen Umfeld noch eine ganz andere Dimension mitbringen.

3. Kaffee oder Kicker: Was sorgt für den täglichen Motivations-Schub?

Haufenweise Schokolade und das Gefühl, etwas mitbewegt zu haben. Es freut mich, wenn wir unseren Kollegen gerade in der aktuellen Situation bei Ausschreibungen helfen können, um wichtige Aufträge zu gewinnen. Es ist auch verbindendes Element. Denn unsere Ingenieure sehen, dass die „Medien-Heinis“ nicht nur schöne Bilder verlangen und hippe Ideen umsetzen wollen, sondern mit ihrem Wissen und technischen Know-how dazu beitragen, dass beispielsweise Videopräsentationen für Behörden zum Erfolg und Auftrag werden.

4. Mit welcher Strategie gehst du an neue Herausforderungen?

Ich bin an dieser Stelle hoffentlich nicht zu ehrlich: Manchmal gibt es die große Strategie bei mir nicht, da ich gern aus dem Bauch heraus agiere. Ich kenne unsere Zielgruppen, ich kenne die Wünsche unserer Kollegen intern sowie die Vorstellungen externer Betrachter. Ich halte es zudem für wichtig, stets den Blick über den eigenen Tellerrand und in andere Branchen hinein zu werfen. Quasi, die Welt zu beobachten. Wie machen das andere? Welchen neuen Trend gibt es? Was kann man übernehmen und auch verbessern? Ein anderer Baustein ist die kritische Betrachtung des Eigenen. Aus diesem Mix und vielen Gesprächen leite ich mit meinen Kollegen dann Entwicklungen ab. Mit dieser Herangehensweise bin ich und sind wir bisher ganz gut gefahren.

5. Wofür holst du dir externe Partner an Bord?

Für das Wissen und das Können, welches mein Team und ich nicht haben und bereitstellen können. Wir sind ohne Zweifel sehr gut aufgestellt, doch auch ich muss als Angestellter wirtschaftlich denken. Was nützt es mir, wenn ich zwar weiß, wie etwas geht, dafür aber vielleicht fünf Stunden benötige und unser Grafiker für den Satz einer Broschüre zum Beispiel nur 30 Minuten? Das ist einfach wirtschaftlicher Unsinn und bindet zu viel Energie, welche in ein anderes Projekt fließen könnte. Während ich den Blumenstrauß in der Hand halte, sind andere die Züchter der schönsten Rosen. Da ist es doch logisch, dass ich lieber den Züchter der Rosen um Rat bitte, als mich selbst als Gärtner zu probieren.

6. Auf welches Projekt bist du heute besonders stolz?

Es gibt mittlerweile einige. Wie weiter oben erwähnt, bin ich stolz, dass wir aus der Öffentlichkeitsarbeit spürbar zum wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen in der GICON®-Gruppe beitragen können. Weiterhin finde ich es stark, dass wir auch in diesem Jahr umsetzen konnten, mehr Videoinhalte für die Kollegen intern und extern anzubieten. Sicherlich sind andere Unternehmen dabei schon weiter, aber in unserem Feld und für unsere Größe sind wir damit gut aufgestellt. Stolz ist ein vielleicht zu großes Wort, aber dass es die Unternehmen der Gruppe auf der sozialen Plattform LinkedIN gibt, hat mich gefreut. Es zeigt, dass sich Grenzen verschieben und wir im Dialog unsere Barrieren abbauen können.

7. Aus welchem Fehler hast du besonders viel gelernt?

Das ist eine schwierige Frage, weil es manchmal gar nicht unbedingt Fehler waren, sondern meine Unerfahrenheit. Während ich zu Beginn meiner Berufstätigkeit nicht immer die richtigen Instrumente gekannt habe, nutze ich heute eine gewisse Palette. Das fängt bei Apps an und hört bei klaren Textstrukturen auf. Ich hatte bisher auch stets das Glück, gute Ratgeber an meiner Seite zu wissen. Sie haben mich vielleicht nicht vor allen Fehlern bewahrt, dafür immer klare Lösungen aufgezeigt oder auch schlicht und ehrlich gesagt: „Das war Mist!“ Offene und ehrliche Kritik war für mich als junger Redakteur und ist auch heute noch wichtig, um Fehler bestmöglich frühzeitig zu erkennen und zu verhindern und auch selbst benennen zu können.

Danke für das Interview!

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