Heiß diskutiert – Unternehmensprofile bei Twitter

In den bisherigen Teilen unserer Social-Media-Reihe haben wir uns mit Instagram, XING und LinkedIn beschäftigt. Dieser Beitrag soll nun ganz im Zeichen des blauen Vogels stehen, denn auch Twitter kann den Marketing-Mix eines Unternehmens sinnvoll ergänzen – vor allem, wenn es um die schnelle Verbreitung von Neuigkeiten geht. Dadurch hebt sich der Kanal von anderen Social-Media-Plattformen ab, deren Fokus vorrangig auf dem Aufbau von Beziehungen liegt. Aber nicht falsch verstehen: Auch bei Twitter geht es um Austausch und Kontakte. Aber hier sind eben Meinungen und Diskussionen der Kernbestandteil – und liefern immer wieder öffentlichen Zündstoff. Daraus ergeben sich spezifische Eigenarten und Möglichkeiten eines Unternehmensprofils bei Twitter. Doch fangen wir bei den Basics an.

Die Anmeldung eines Unternehmensprofils bei Twitter

Für ein Unternehmensprofil wird bei Twitter kein privater Account benötigt. Personen- und Unternehmensprofile sind gleichgestellt, es gibt keinen expliziten Unterschied in der Struktur der beiden Konten. Im Registrierungsprozess müssen E-Mail und Unternehmensname sowie ein Passwort vergeben werden. Anschließend benennt man einen User-Namen, unter dem künftig Beiträge und Kommentare erscheinen. Er darf nur aus einem einzigen, zusammenhängenden Wort mit maximal 15 Zeichen bestehen, wobei auch Kombinationen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen zulässig sind. Am besten, der Nutzername entspricht dem Unternehmensnamen oder einer gängigen, aussagekräftigen Abkürzung.

Das enthält ein Unternehmensprofil bei Twitter

  • Profilbild
  • Header-Bild
  • Biografie
  • Standort des Unternehmens
  • Link zur Website

Das Profilbild besitzt im Idealfall eine Größe von 400 x 400 Pixeln und wird beim Posten und Kommentieren angezeigt. Es bietet sich an, das Unternehmenslogo als Profilbild zu nutzen, während das Header-Bild mit seinen 1500 x 1500 Pixeln für ein strategisch platziertes Imagefoto aufgespart wird. An dieser Stelle können beispielsweise das Firmengelände, Mitarbeiter oder ausgewählte Teile des Produkt- und Leistungsspektrums gezeigt werden. Die Biografie sollte daneben in maximal 160 Zeichen auf den Punkt bringen, was das Unternehmen ausmacht. Hier muss auch die Impressumspflicht beachtet werden. Am einfachsten ist es, direkt auf das Impressum der eigenen Website zu verlinken.

Wer zwitschert denn da?

Das, was sonst gemeinhin als „Post“ oder auch „Posting“ bezeichnet wird, trägt bei Twitter einen speziellen Namen, nämlich „Tweet“. Abgeleitet vom englischen Wort für „Zwitschern“ beschreibt das den Charakter der Plattform sehr passend. Ein Tweet ist maximal 280 Zeichen lang, weshalb Tweeten als Form des Microbloggings gilt. Im Allgemeinen wird Twitter eher von Texten dominiert, doch auch Bilder und Videos können geteilt werden. In den letzten Jahren haben sich vor allem animierte Formate wie GIF’s und Memes etabliert, die sowohl alltägliche Dinge als auch gesellschaftliche Probleme mit einem Augenzwinkern kommentieren. 

Öffentlicher Meinungsaustausch first

Durch „gefällt mir“-Angaben oder Kommentare können Unternehmen direkt Stellung beziehen und aktiv mitdiskutieren. In eigenen Tweets werden Neuerungen und Angebote oder einfach nur Geschichten aus dem Firmenalltag gepostet. Tweets anderer Nutzer lassen sich auf dem Unternehmensprofil in Form eines „Retweets“ teilen, was dabei hilft, die eigene Reichweite zu erhöhen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Direktnachrichten an einzelne Personen zu versenden. Dies wird jedoch eher im Ausnahmefall genutzt, der Fokus liegt bei Twitter eindeutig auf dem öffentlichen Meinungsaustausch.

Unternehmensprofil bei Twitter: gut zum Experimentieren

Kein anderes Netzwerk ist so schnelllebig und dynamisch wie Twitter. Es werden etwa 500 Millionen Tweets täglich versendet. Entsprechend rasant werden Beiträge durch neue ersetzt. Die Frage, die vielen Unternehmern daraufhin in den Sinn kommt, ist: Was genau bringt Twitter, wenn Postings innerhalb von wenigen Minuten wieder von der Bildfläche verschwinden – und damit aus dem Sichtfeld potenzieller Kunden?

Ein berechtigter Einwand, doch die kurze Lebensdauer von Tweets hat auch Vorteile: Gerade für Neulinge in der Social-Media-Welt ist es meist alles andere als leicht, den richtigen Ton zu treffen, interessante Themen zu finden und den Erwartungen der eigenen Zielgruppe gerecht zu werden. Twitter ist der perfekte Ort, um Strategien auszutesten, sich auszuprobieren. Die unmittelbaren Reaktionen der Follower auf einen Tweet geben Aufschluss darüber, was gut oder schlecht ankommt und öffnen damit die Tür zu Verbesserungen. Sollten einzelne Tweets einmal weniger schöne Resonanzen hervorrufen, ergibt sich auf Twitter oft der Nebeneffekt, dass diese sehr schnell in der Masse verschwinden. Quasi:  aus den Augen, aus dem Sinn. Ein Freifahrtsschein ist das allerdings nicht. Unternehmer sollten dennoch mit Bedacht tweeten.

Hashtags und gezielte Ansprache

Nicht alle Tweets verlieren sofort an Aktualität. Manche gehen viral, werden millionenfach geteilt und kommentiert. Obwohl eine derart große Aufmerksamkeit sicher nur Wenigen vergönnt ist, kann auch aktiv etwas für mehr Öffentlichkeit getan werden. Zum Beispiel durch die Vergabe passender Hashtags: Je nach Diskussion können schon bestehende Hashtags aufgegriffen werden, um den eigenen Beitrag einem bestimmten Thema zuzuordnen. Außerdem lohnt es meist, eigene, firmenbezogene Hashtags einzuführen und immer wieder zu verwenden. Wollen Firmen User gezielt ansprechen, können sie diese mit dem Befehl „@Nutzername“ direkt in den Kommentaren markieren. Die entsprechenden Personen erhalten dann eine gesonderte Nachricht, dass sie in einem Post erwähnt wurden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Beitrag tatsächlich von den Betreffenden gelesen wird und nicht ungesehen in deren Chronik versinkt.

Wer folgt einem Unternehmensprofil bei Twitter?

Wie überall im Marketingbereich, muss von vornherein klar sein, wen genau das Unternehmen mit seinen Inhalten erreichen möchte. Doch bei Twitter lohnt manchmal der zweite Schritt vor dem ersten: Bevor man nämlich anderen Nutzern folgt, sollte es bereits erste eigene Tweets geben. Klingt erstmal befremdlich, gibt es ja noch keine Follower, die diese Tweets sehen. Macht aber später bei der Kontaktoffensive Sinn, da die Nutzer dann wissen, was sie erwartet, wenn sie dem Twitteraccount folgen. Zu Beginn empfiehlt es sich außerdem, bereits bestehende Businesskontakte bei Twitter zu suchen und ihnen zu folgen. Viele werden diese Geste erwidern. Damit sind schon die ersten Schritte in Richtung Twitter-Community getan.

Noch ein paar Fakten zu den Followern

  • Man kann nicht unbegrenzt vielen Nutzern folgen, wenn das eigene Profil selbst nur wenige Follower besitzt. Twitter sorgt dadurch für mehr Interaktion zwischen Tweetern
  • Nicht nur die Anzahl an Followern ist wichtig, sondern auch deren Autorität und Relevanz in der Branche
  • Niemand interessiert sich für alles: Bei großem Leistungsspektrum können sich deshalb mehrere Accounts lohnen, die jeweils verschiedene Unternehmensbereiche in den Fokus stellen.

Alles im Blick – mit Listen

Das Auflisten und das Gruppieren von Nutzern helfen dabei, den eigenen Newsfeed besser im Blick zu haben. Einerseits können Twitter-Listen individuell erstellt werden, andererseits gibt es die Möglichkeit, öffentlichen Listen anderer User zu folgen. Die sind gut geeignet, um einen Überblick zu bekommen, wer für die Branche besonders wichtig ist. Später können Unternehmen dann selbst filtern, welche Profile für sie relevant erscheinen und wie diese sich gruppieren lassen. Auch hierbei helfen Listen:

  • Erkennen, was die Zielgruppe bewegt
  • Trends der Branche beobachten
  • Inspirationen für eigene Tweets finden

Wann lohnt sich ein Unternehmensprofil bei Twitter?

Politische Kommunikation, Kultur, Medien, Fashion, Sport – Twitter lohnt sich vor allem für Unternehmen, Personen und Organisationen, die Teil eines öffentlichen Diskurses sind. Ihnen bietet die Plattform unter anderem folgende Vorteile:

  • Austausch mit potenziellen Kunden, Interessenten und Partnern
  • Direktes Feedback
  • Schnelles Verbreiten von Neuigkeiten
  • Erhöhen der eigenen Reichweite

Als Firma auf Twitter vertreten zu sein, eröffnet oft eine neue Sichtweise auf die Zielgruppe und ermöglicht eine andere Art von Beziehung als bei Instagram, LinkedIn und Co. Allerdings: von nichts kommt auch hier nichts. Das Bespielen eines Twitter-Accounts nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da mindestens einmal täglich getweetet werden sollte. Wer die Zeit, um im Gespräch zu bleiben, nicht aufbringen kann oder will, muss nicht unbedingt die Finger von Twitter lassen. Er sollte sich jedoch auch keine atemberaubend positiven Effekte erhoffen.

Ob Social-Media-Neuling oder Kenner

… wir sind für Sie da! Gern geben wir Ihnen neue Inspiration und unterstützen Ihr Unternehmen beim strategischen Aufbau und der Betreuung von Präsenzen auf Kanälen wie Twitter. Melden Sie sich gleich bei unserer Ansprechpartnerin Ilka Stiegler: 0351 437 55 11 oder stiegler@abg-partner.de

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